Hochschullehre neu mit Online-Lehre

Hochschullehre neu mit Online-Lehre

Seitdem das Coronavirus (Covid 19) Österreich erreicht hat, findet auch eine Veränderung in der Hochschullehre statt. Die Präsenzlehre kann so, in dieser Form nicht mehr stattfinden, sie muss als Online-Lehre (E-Learning) etabliert werden.

Dies ist mitunter eine Herausforderung, denn alte Konzepte wie eine Präsenzlehre, müssen plötzlich als Online-Lehre durchgeführt werden – ohne Vorbereitung und ohne konkrete Konzepte.

Die Situation bisher

Viele Jahre habe ich selbst in meiner beruflichen Tätigkeit als E-Learning Beauftragte an einer österreichischen Universität immer wieder an der Erstellung von neuen innovativen Lehrszenarien für die Online-Lehre (E-Learning) gearbeitet. Es hat mitunter Monate bis Jahre gebraucht, bis ein solches Konzept realisiert werden konnte. Dabei gab es viele Hürden zu überwinden, die es schwierig machten ein neues Konzept der Online-Lehre zu realisieren. Es gab einige Besprechungen mit vielen Ideen und Konzepten, bis eines dann umgesetzt wurde. Auch bei der Akzeptanz von neuen Lehrszenarien für die Online Lehre (E-Learning), dauerte es oft sehr lange. Es war nicht immer für alle sofort der Vorteil erkennbar, zuerst Stand der Aufwand ein neues Lernmaterial zu erstellen im Mittelpunkt, dass dieser aber auf längerer Sicht betrachtet einen großen Mehrwert bringt war damals nicht immer erkennbar.

Andere Vortragende waren wiederum sehr begeistert, welche Möglichkeiten die neuen Medien (E-Learning) oder digitalen Medien bereitstellen. Sie sind wissbegierig und wollen gerne etwas Neues ausprobieren. Dies stößt auf großen Erfolg auch seitens der Studierenden.

Die Situation heute

In den letzten Wochen änderte sich diese Vorgehensweise. Plötzlich konnten Online-Lehrveranstaltungen stattfinden, ohne lange Besprechungen im Vorfeld. Es konnten Präsentationen vertont werden und somit neue E-Learning-Elemente bereitgestellt werden. Der Grund dafür ist einfach, weil die Lehre auf Online-Lehre umgestellt werden MUSSTE.

Was so ein kleiner „Schubs“ alles bewirken kann.

Es werden neue Lehrszenarien „erschaffen“. Die alte Präsenzlehre muss aufgrund der neuen Situation auf Online-Lehre (E-Learning) umgestellt werden.

Doch was bedeutet dies für die Vortragenden einer Lehrveranstaltung? Plötzlich finden die Lehrveranstaltung online via Webkonferenz statt und noch dazu in den eigenen vier Wänden (Homeoffice). Es gibt keine detailhaltige Vorbereitung und keine lang geplanten entsprechende Lehrkonzepte oder Lehrszenarien.

Für die technische Umsetzung eines Webinars für einen Online-Vortrag und die Bereitstellung der neuen Lehrmaterialien für Studierende gibt es verschiedene Lernmanagementsysteme, Lernplattformen wie Moodle oder BlackBoard. Sie haben besonders in der derzeitigen Situation einen hohen Nutzen.

Die ursprüngliche Lehrveranstaltung, zum Beispiel Großveranstaltungen mit 200 Studierende, welche in Präsenzform abgehalten wurden, finden nun Online per Webkonferenz statt.

Für den Ablauf, bedeutet dies, dass sich bei den Großlehrveranstaltungen, zum Beispiel 200 Studierende, in ein Webkonferenz-Tool wie zum Beispiel Blackboard Collaborate oder Zoom-Videokonferenz oder Adobe Connect einwählen. Kommunizieren können die Studierenden nur noch via Chat mit dem Vortragenden. Bei manchen Veranstaltungen werden auch Fragen per Mikrofon erlaubt, das braucht aber etwas Eingewöhnung und Disziplin der Studierenden, denn wenn alle durcheinander sprechen versteht keiner ein Wort. Dafür benötigt man einen Moderator oder jemand der die Fragerunden leitet. Empfehlenswert ist es, dass die Studierenden sich per Handzeichen oder im Chat melden. Dann werden sie namentlich aufgerufen und können ihre Frage stellen.

Bei einem Online-Vortrag ist die größte Schwierigkeit, dass der Vortragende alleine vor seinem Laptop oder PC sitzt und seine Präsentationsfolien vor sich sieht aber kein Feedback oder Interaktion von den Studierenden erhält. Durch dieses fehlende Feedback kann der Vortragende verunsichert werden, ob seine Präsentation die Studierenden anspricht. Da erst wird einem bewusst wie wichtig die „nonverbale“ Kommunikation ist. Es gibt keine räumliche Nähe und somit ist es nicht möglich auf die Reaktion der Studierenden zu reagieren und mit den Studierenden zu agiert. Das verändert sich bei der Online-Lehre massiv und braucht ein neues Bewusstsein, welche Möglichkeiten bei der Online Lehre ergriffen werden können. Durch die groß anfallende Datenmenge ist es nicht möglich mit den normalen technischen Mitteln alle 200 Studierende mit einer Kamera live zuzuschalten, damit die Atmosphäre eines Hörsaales aufkommt. Das wäre natürlich optimal, würde aber das Datenvolumen der Onlineveranstaltung sprengen. Daher muss auf andere Faktoren zurückgegriffen werden. Zum Beispiel kann man während des Online-Vortrags Fragen oder Umfragen an die Studierenden stellen. Das hätte auch den Vorteil, dass es zu einer Interaktion mit den Studierenden kommt und die Studierenden somit aktiviert werden.

Meine persönlichen Erfahrungen sind, dass man sich auf das Online-Szenario einlassen muss. Bei der Vorbereitung eines Online-Vortrag überlege ich, welche Inhalte die Zuhörer hören wollen und passe so meine Präsentation an. Es ist auch gut Umfragen oder Fragen in den Vortrag einzubauen. Während des Online-Vortrags, wenn ich bereits vortrage, entwickle ich die Sensibilität, dass ich merke, wenn jemand eine Frage hat oder etwas unklar war. Das ist ein Feingefühl, welches sich im Laufe der Zeit bei mir eingestellt hat.

Im nächsten Artikel erfahren Sie einige Praxis Tipps für einen Online-Vortrag für Vortragende.

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