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Schule30. September 202612 Min. LesezeitMEG-DenkWelt | Lerncoach

Mein Kind will nicht lernen: Was tun, wenn ich ständig ans Lernen erinnern muss?

Wenn Eltern ständig ans Lernen erinnern müssen, fehlt nicht automatisch die Motivation. Oft hilft es, zuerst das eigentliche Hindernis zu erkennen – und Verantwortung Schritt für Schritt zu übergeben.

Jugendlicher sitzt abgelenkt am Schreibtisch und blickt zum Fenster, während die Mutter im Türrahmen steht – Symbolbild für ständiges Erinnern ans Lernen

„Hast du schon gelernt?“

„Gleich.“

Eine Stunde später ist noch immer nichts passiert.

Morgen steht eine Prüfung an, die Hausübung ist nicht fertig oder das Referat müsste längst vorbereitet werden. Während die Eltern zunehmend nervös werden, scheint der eigene Sohn oder die eigene Tochter erstaunlich entspannt.

Also wird erinnert.

Einmal. Zweimal. Dreimal.

Irgendwann wird aus der gut gemeinten Erinnerung ein Streit:

„Jetzt fang doch endlich an!“

„Ja, ich weiß!“

Am Ende sind beide Seiten genervt. Eltern haben das Gefühl, ständig hinterherlaufen zu müssen. Jugendliche wiederum erleben die Nachfragen schnell als Kontrolle.

Doch wie kommt man aus dieser Situation heraus?

Die entscheidende Frage lautet häufig nicht:

„Wie bringe ich mein Kind endlich zum Lernen?“

Sondern:

„Wie kann mein Kind lernen, sein Lernen zunehmend selbst zu organisieren?“

Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied.

Kurz erklärt: Was tun, wenn mein Kind nicht selbstständig lernt?

Wenn Eltern ihr Kind ständig ans Lernen erinnern müssen, bedeutet das nicht automatisch, dass ihm Motivation oder Interesse fehlen.

Hinter dem Verhalten können unterschiedliche Schwierigkeiten stecken: fehlende Lernorganisation, ein unklarer Lernbeginn, ungeeignete Lernstrategien, Ablenkungen oder Probleme damit, größere Aufgaben realistisch zu planen.

Statt immer häufiger zu erinnern, kann es deshalb sinnvoll sein, zunächst herauszufinden, warum das selbstständige Lernen noch nicht funktioniert.

Das langfristige Ziel sollte nicht sein, dass Eltern das Lernen immer besser organisieren.

Das Ziel ist, dass Jugendliche Schritt für Schritt lernen, Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess zu übernehmen.

Warum Eltern ihre Kinder ständig ans Lernen erinnern

Eltern erinnern in der Regel nicht, weil sie ihr Kind kontrollieren möchten.

Sie sehen vielmehr, was passieren könnte:

Die Prüfung wird vergessen.

Der Lernstoff wird unterschätzt.

Das Lernen beginnt erst am Abend vor der Prüfung.

Eine Aufgabe wird nicht abgegeben.

Es entsteht unnötiger Stress.

Die Note fällt möglicherweise schlechter aus.

Also greifen Eltern ein.

Das ist zunächst nachvollziehbar.

Problematisch kann es werden, wenn daraus über längere Zeit ein festes System entsteht:

Die Eltern denken an alles – und der Jugendliche muss immer weniger selbst daran denken.

So kann unbeabsichtigt eine Art „externes Gedächtnis“ entstehen.

Die Mutter weiß, wann die Mathematikprüfung stattfindet. Der Vater erinnert an die Englisch-Hausübung. Die Eltern überlegen, wann mit Biologie begonnen werden müsste.

Und irgendwann entsteht genau das Gefühl, das viele Eltern beschreiben:

„Wenn ich nichts sage, passiert überhaupt nichts.“

Das bedeutet jedoch nicht, dass Eltern von heute auf morgen jede Unterstützung einstellen sollten.

Selbstständigkeit entsteht normalerweise nicht durch einen abrupten Rückzug.

Sie entwickelt sich dadurch, Verantwortung Schritt für Schritt zu übertragen.

Selbstständig lernen – was bedeutet das eigentlich?

„Du bist alt genug. Du musst das jetzt selbst können.“

Dieser Satz klingt zunächst logisch.

Aber selbstständiges Lernen ist keine einzelne Fähigkeit.

Ein Schüler muss beispielsweise erkennen:

Welche Prüfungen stehen an?

Wie viel Stoff muss ich lernen?

Wann sollte ich anfangen?

Was kann ich bereits?

Was verstehe ich noch nicht?

Welche Lernmethode eignet sich?

Wie teile ich meine verfügbare Zeit ein?

Wie gehe ich mit Ablenkungen um?

Wie überprüfe ich, ob ich wirklich vorbereitet bin?

Das alles gehört zu einer funktionierenden Lernorganisation.

Alter allein führt deshalb nicht automatisch dazu, dass ein Jugendlicher diese Fähigkeiten beherrscht.

Selbstständiges Lernen muss gelernt und geübt werden.

Und genau dabei können Eltern unterstützen – ohne dauerhaft den gesamten Lernprozess zu übernehmen.

Warum Schüler das Lernen immer wieder aufschieben

Wenn Jugendliche nicht anfangen, wird schnell vermutet:

„Er ist einfach nicht motiviert.“

Oder:

„Schule ist ihr völlig egal.“

Doch hinter dem Aufschieben können ganz unterschiedliche Ursachen stecken.

Vielleicht wirkt der Lernstoff zu umfangreich.

Vielleicht weiß der Jugendliche nicht, wo er beginnen soll.

Vielleicht fehlen wichtige Grundlagen.

Vielleicht erscheint die Aufgabe unangenehm oder langweilig.

Vielleicht wird überschätzt, wie viel Zeit noch zur Verfügung steht.

Vielleicht ist das Smartphone gerade wesentlich interessanter.

Oder der Gedanke „Ich muss lernen“ ist schlicht zu unkonkret.

Deshalb kann eine andere Frage hilfreicher sein als:

„Warum willst du nicht lernen?“

Nämlich:

„Was macht es dir gerade schwer, anzufangen?“

Damit verändert sich der Blickwinkel.

Es geht nicht mehr nur um vermeintlich fehlende Motivation, sondern darum, das tatsächliche Hindernis zu erkennen. Warum Jugendliche Aufgaben immer wieder aufschieben, beschreibt auch der Artikel Prokrastination beim Lernen.

„Lern endlich!“ ist noch keine Lernstrategie

Stell dir als Schüler vor, jemand sagt zu dir:

„Mach jetzt deine Arbeit!“

Was genau sollst du machen?

Wo sollst du beginnen?

Wie lange?

Und mit welchem Ziel?

Ähnlich unklar kann die Aufforderung sein:

„Du musst jetzt Biologie lernen.“

Eine konkrete Aufgabe könnte dagegen lauten:

  1. Kapitel 3 kurz durchsehen.
  2. Fünf zentrale Begriffe herausschreiben.
  3. Unterlagen schließen.
  4. Die Begriffe mit eigenen Worten erklären.
  5. Prüfen, was noch nicht sicher sitzt.

Plötzlich wird aus einem großen, unangenehmen Vorhaben eine überschaubare Aufgabe.

Gerade Schülern, denen der Einstieg schwerfällt, kann es helfen, größere Lernaufgaben in kleine, konkrete Schritte zu zerlegen.

Langfristig sollte allerdings nicht Mama oder Papa diese Schritte vorgeben.

Der Jugendliche sollte zunehmend selbst lernen, aus „Ich muss lernen“ einen konkreten nächsten Schritt zu machen.

Erinnern oder Verantwortung zurückgeben?

Angenommen, am Donnerstag findet eine Biologieprüfung statt.

Eine Möglichkeit wäre, ab Montag täglich zu fragen:

„Hast du schon gelernt?“

„Wann fängst du an?“

„Du solltest heute wirklich etwas machen.“

„Bist du sicher, dass du genug kannst?“

Eine andere Möglichkeit wäre, zu Beginn der Woche zu fragen:

„Am Donnerstag ist Biologie. Wie möchtest du dich darauf vorbereiten?“

Vielleicht lautet die Antwort:

„Keine Ahnung.“

Dann können Eltern weiterhelfen, ohne sofort den kompletten Lernplan zu übernehmen.

Zum Beispiel mit Fragen wie:

„Wie viel Stoff ist es?“

„Was davon kannst du schon?“

„An welchen Tagen hast du Zeit?“

„Was wäre ein sinnvoller erster Schritt?“

Damit wird nicht einfach vorgeschrieben, was zu tun ist.

Der Jugendliche wird dabei unterstützt, selbst einen Plan zu entwickeln.

Vereinbarungen statt ständiger Erinnerungen

Eine hilfreiche Veränderung im Familienalltag kann darin bestehen, spontane Dauererinnerungen durch klare Vereinbarungen zu ersetzen.

Zum Beispiel könnte einmal pro Woche gemeinsam geschaut werden:

Was steht in der Schule an?

Welche Prüfungen kommen?

Welche Aufgaben müssen erledigt werden?

Wo wird zusätzliche Lernzeit benötigt?

Der Jugendliche trägt seine Lernzeiten möglichst selbst ein.

Anschließend kann vereinbart werden, welche Unterstützung tatsächlich benötigt oder gewünscht wird.

Zum Beispiel:

„Möchtest du, dass ich dich einmal daran erinnere, oder stellst du dir selbst eine Erinnerung?“

Das verändert die Rollen.

Eltern bleiben ansprechbar, müssen aber nicht permanent das Lernmanagement übernehmen.

Das Smartphone kann auch beim Lernen helfen

Smartphones gelten beim Lernen häufig vor allem als Ablenkung.

Sie können aber auch Teil einer funktionierenden Lernorganisation sein.

Statt dass Mama um 17 Uhr ruft:

„Du wolltest doch Mathematik lernen!“

kann sich der Jugendliche selbst einen Alarm stellen.

Prüfungstermine können in einen digitalen Kalender eingetragen werden.

Lernzeiten lassen sich als Termine planen.

Aufgaben können über Erinnerungsfunktionen sichtbar gemacht werden.

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht das technische Hilfsmittel.

Entscheidend ist:

Der Jugendliche organisiert seine Erinnerung selbst.

Das Ziel lautet also nicht, dass niemand mehr helfen darf.

Das Ziel ist, ein eigenes System zu entwickeln, das auch dann funktioniert, wenn die Eltern nicht danebenstehen.

Unterstützung ist etwas anderes als Übernahme

Eltern dürfen selbstverständlich unterstützen.

Ein wichtiger Unterschied liegt jedoch darin, wer den Lernprozess organisiert.

Ein Jugendlicher sagt:

„Kannst du mich heute um sieben die Vokabeln abfragen?“

Das kann durchaus selbstständiges Lernen sein.

Der Schüler hat entschieden zu lernen, weiß, welche Unterstützung er benötigt, und organisiert diese Hilfe selbst.

Anders sieht es aus, wenn ein Elternteil um sieben mit dem Vokabelheft ins Zimmer kommt und sagt:

„So, wir lernen jetzt. Du hast morgen schließlich eine Prüfung.“

Von außen sieht beides ähnlich aus.

Doch die Verantwortung liegt an einer völlig anderen Stelle.

Warum Jugendliche auf Lern-Erinnerungen gereizt reagieren können

„Ich wollte doch nur helfen.“

Diesen Satz denken viele Eltern nach einem Streit.

Doch Jugendliche können gut gemeinte Erinnerungen anders wahrnehmen.

Aus:

„Denk an deine Mathematikprüfung.“

kann beim Jugendlichen ankommen:

„Du traust mir nicht zu, selbst daran zu denken.“

Aus:

„Du solltest jetzt anfangen.“

kann werden:

„Du traust mir nicht zu, meine Zeit selbst einzuteilen.“

Das muss nicht der Absicht der Eltern entsprechen.

Es erklärt aber, warum aus einer kleinen Erinnerung schnell ein Konflikt entstehen kann.

Jugendliche wollen zunehmend selbst entscheiden.

Gleichzeitig brauchen viele bei Planung, Zeitmanagement und Lernstrategien noch Unterstützung.

Genau in diesem Spannungsfeld entstehen viele Konflikte rund ums Lernen.

Müssen Eltern ihr Kind zum Lernen motivieren?

Eltern können Interesse zeigen, Orientierung geben und unterstützen.

Sie können aber nicht dauerhaft die Motivation ihres Kindes übernehmen.

Wenn Eltern emotional stärker mit der nächsten Prüfung beschäftigt sind als der Schüler selbst, kann ein ungünstiges Muster entstehen:

Die Eltern erhöhen den Druck.

Der Jugendliche zieht sich zurück.

Daraufhin erinnern die Eltern noch häufiger.

Der Widerstand wird größer.

Und plötzlich geht es gar nicht mehr um Mathematik oder Biologie.

Es geht um Kontrolle und Selbstbestimmung.

Deshalb lohnt sich auch für Schüler die Frage:

„Warum möchte ich mich überhaupt anstrengen?“

Die Antwort muss nicht besonders groß oder philosophisch sein.

Vielleicht lautet sie:

„Ich möchte dieses Schuljahr schaffen.“

„Ich möchte später diese Ausbildung machen.“

„Ich möchte nicht ständig vor Prüfungen Stress haben.“

„Ich möchte meine Noten verbessern.“

Entscheidend ist, dass Jugendliche zunehmend eigene Gründe und eigene Ziele entwickeln. Mehr zur Lernmotivation: Keine Motivation beim Lernen.

Dürfen Schüler beim Lernen auch Fehler machen?

Dieser Punkt fällt vielen Eltern besonders schwer.

Man sieht bereits am Mittwochabend, dass für die Prüfung am Donnerstag viel zu wenig gelernt wurde.

Soll man eingreifen?

Manchmal kann Unterstützung sinnvoll sein.

Wenn Eltern jedoch jede kleinere negative Konsequenz verhindern, wird es schwieriger, eine wichtige Erfahrung zu machen:

Meine Entscheidungen haben Folgen.

Vielleicht wurde zu spät angefangen.

Vielleicht war der Lernplan unrealistisch.

Vielleicht hat eine Lernmethode nicht funktioniert.

Dann kann nach der Prüfung eine Frage hilfreicher sein als:

„Ich habe es dir doch gesagt!“

Zum Beispiel:

„Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?“

Damit kann aus einem Fehler eine Gelegenheit zur Reflexion werden.

Selbstständigkeit bedeutet schließlich nicht, keine Fehler mehr zu machen.

Sie bedeutet zunehmend, aus ihnen zu lernen.

4 Schritte: So können Eltern weniger ans Lernen erinnern

Wer aus der täglichen Erinnerungsschleife herauskommen möchte, muss nicht von heute auf morgen alles verändern.

Ein schrittweises Vorgehen kann realistischer sein.

1. Termine gemeinsam sichtbar machen

Welche Prüfungen, Abgaben und Aufgaben stehen in dieser Woche an?

Nicht alles heimlich für das Kind kontrollieren, sondern gemeinsam einen Überblick schaffen.

2. Verantwortung klären

Fragen Sie beispielsweise:

„Was davon kannst du selbst organisieren?“

und:

„Wobei brauchst du noch Unterstützung?“

So wird Hilfe konkret, statt dauerhaft selbstverständlich zu sein.

3. Erinnerungen schrittweise reduzieren

Wer bisher mehrmals am Tag erinnert hat, muss nicht sofort gar nichts mehr sagen.

Eine Zwischenlösung könnte lauten:

„Wir vereinbaren eine Erinnerung. Danach liegt es bei dir.“

Später kann auch diese Erinnerung wegfallen.

4. Reflektieren statt kontrollieren

Nicht jeden Abend fragen, ob alles erledigt wurde.

Hilfreicher kann beispielsweise ein kurzer Wochenrückblick sein:

„Was hat diese Woche gut funktioniert?“

„Wo hattest du Schwierigkeiten?“

„Was möchtest du nächste Woche anders machen?“

So entwickelt der Jugendliche Schritt für Schritt ein besseres Verständnis für das eigene Lernen.

Drei Fragen, die besser sein können als „Hast du schon gelernt?“

Eltern müssen sich nicht völlig aus dem schulischen Alltag zurückziehen.

Aber die Art der Fragen kann einen Unterschied machen.

Statt immer wieder „Hast du gelernt?“ zu fragen, können Eltern ausprobieren:

„Was hast du dir für heute vorgenommen?“

Damit bleibt die Planung zunächst beim Jugendlichen.

„Brauchst du von mir etwas?“

Damit wird Unterstützung angeboten, ohne sie aufzudrängen.

Und anschließend:

„Wie ist dein Plan aufgegangen?“

Damit geht es stärker um Reflexion als um Kontrolle.

Die Botschaft dahinter lautet:

Ich interessiere mich für dich und bin da, wenn du Unterstützung brauchst. Aber dein Lernen gehört zunehmend dir.

Was können Schüler selbst tun, wenn sie ständig erinnert werden müssen?

Auch Schüler können etwas verändern.

Wenn du merkst, dass deine Eltern dich immer wieder ans Lernen erinnern, frage dich einmal:

Woran liegt es eigentlich?

Vergisst du Prüfungstermine?

Fängst du zu spät an?

Weißt du häufig nicht, wo du anfangen sollst?

Unterschätzt du den Lernstoff?

Lenkt dich dein Smartphone ab?

Oder weißt du genau, was du machen solltest, schaffst es aber trotzdem nicht, anzufangen?

Je genauer du das Problem erkennst, desto gezielter kannst du etwas verändern.

Ein Kalender hilft beispielsweise wenig, wenn nicht das Vergessen, sondern der Lernbeginn das eigentliche Problem ist.

Und die perfekte Lernmethode hilft wenig, wenn du keine realistische Zeit zum Lernen eingeplant hast. Warum das oft eher ein Organisations- als ein Zeitproblem ist, zeigt der Artikel Du hast kein Zeitproblem – du hast ein Systemproblem.

Gute Lernorganisation beginnt deshalb nicht mit möglichst vielen Lerntipps, sondern mit der Frage:

„Was funktioniert bei mir noch nicht – und warum?“

Wann kann Lerncoaching sinnvoll sein?

Manchmal ist die Situation bereits so festgefahren, dass Gespräche über Schule fast automatisch in Streit enden.

Jede Frage klingt nach Kontrolle.

Jede Erinnerung löst Widerstand aus.

Prüfungen belasten nicht nur den Schüler, sondern zunehmend die ganze Familie. Wenn dabei starke Nervosität oder Angst eine Rolle spielt, finden Sie hier mehr: Hilfe bei Prüfungsangst.

Hier kann Lerncoaching für Schüler eine neutrale Perspektive ermöglichen.

Dabei sollte ein Lerncoach nicht einfach die Rolle der Eltern übernehmen und künftig fragen:

„Hast du schon gelernt?“

Das würde lediglich die Person austauschen, die kontrolliert.

Im Lerncoaching können stattdessen gemeinsam Fragen betrachtet werden wie:

Wie organisiere ich meine Aufgaben?

Warum beginne ich häufig zu spät?

Wie plane ich Prüfungen realistisch?

Welche Lernstrategien passen zu mir?

Wie gehe ich mit Ablenkungen um?

Wie überprüfe ich meinen Lernfortschritt?

Welche Strategien helfen mir beim Anfangen?

Und wie kann ich zunehmend selbst Verantwortung für mein Lernen übernehmen?

Das langfristige Ziel sollte dabei nicht sein, dass ein Jugendlicher immer mehr Unterstützung benötigt.

Im Gegenteil:

Gutes Lerncoaching soll dazu beitragen, dass Schüler zunehmend eigene Strategien entwickeln und selbstständiger mit ihrem Lernen umgehen können.

Loslassen bedeutet nicht Desinteresse

Manche Eltern befürchten:

„Wenn ich nicht mehr nachfrage, denkt mein Kind vielleicht, dass mir die Schule egal ist.“

Doch zwischen ständiger Kontrolle und Desinteresse liegt ein großer Raum.

Eltern können zuhören.

Sie können Interesse zeigen.

Sie können bei Schwierigkeiten unterstützen.

Sie können sich über Erfolge freuen und bei Enttäuschungen da sein.

Aber sie müssen nicht jede Prüfung gedanklich selbst mitschreiben.

Eine mögliche Botschaft könnte sein:

„Deine Schule ist mir wichtig. Gleichzeitig möchte ich, dass du zunehmend lernst, sie selbst zu organisieren. Wenn du Unterstützung brauchst, bin ich da.“

Fazit: Das Ziel ist nicht mehr Erinnern, sondern mehr Selbstständigkeit

„Ich muss mein Kind ständig ans Lernen erinnern.“

Hinter diesem Satz steckt häufig viel Fürsorge.

Eltern haben erinnert, weil sonst etwas vergessen worden wäre.

Sie haben geplant, weil ihr Kind noch nicht planen konnte.

Sie haben unterstützt, weil Unterstützung notwendig war.

Doch Lernbegleitung darf sich mit dem Alter verändern.

Was mit zehn Jahren hilfreich war, kann mit fünfzehn Jahren bereits zu viel Verantwortung auf Elternseite bedeuten.

Die langfristig wichtigere Frage lautet deshalb nicht:

„Wie schaffe ich es, dass mein Kind endlich auf mich hört?“

Sondern:

„Welche Fähigkeiten braucht mein Kind, damit es sein Lernen zunehmend selbst organisieren kann?“

Dazu gehören Lernorganisation, Zeitmanagement, geeignete Lernstrategien, der Umgang mit Ablenkungen, realistische Ziele und die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen.

Der Weg kann vereinfacht so aussehen:

Zuerst:

„Ich erinnere dich.“

Später:

„Wie möchtest du dich selbst daran erinnern?“

Irgendwann:

Die Erinnerung wird nicht mehr benötigt.

Das Ziel ist dabei kein perfekt organisierter Schüler, der niemals etwas vergisst und immer hochmotiviert lernt.

Das realistischere Ziel ist ein junger Mensch, der zunehmend sagen kann:

„Meine Aufgaben gehören mir. Ich kann mein Lernen planen. Wenn etwas nicht funktioniert, kann ich meine Strategie verändern – und wenn ich Unterstützung brauche, kann ich sie mir holen.“

Genau dort beginnt selbstständiges Lernen.

Wenn Lernen zu Hause immer wieder zum Konflikt wird

Wenn Erinnern, Diskutieren und Kontrollieren inzwischen viel Raum im Familienalltag einnehmen, kann es sinnvoll sein, nicht einfach noch mehr Druck aufzubauen.

Stattdessen lohnt sich die Frage:

Warum funktioniert selbstständiges Lernen bisher nicht zuverlässig?

Im Lerncoaching bei MEG-DenkWelt kann genau dort angesetzt werden: bei der individuellen Lernorganisation, beim Anfangen, bei Lernstrategien, Zeitmanagement und beim schrittweisen Aufbau von mehr Eigenverantwortung.

FAQ: Mein Kind will nicht lernen

Die häufigsten Fragen von Studierenden zum Thema – kurz und praxisnah beantwortet.

Warum muss ich mein Kind ständig ans Lernen erinnern?

Dahinter muss nicht automatisch fehlende Motivation stecken. Schwierigkeiten mit Planung, Zeitmanagement, Lernstrategien, dem Lernbeginn oder Ablenkungen können ebenfalls dazu führen, dass Jugendliche Aufgaben immer wieder aufschieben.

Soll ich mein Kind gar nicht mehr ans Lernen erinnern?

Ein abrupter Rückzug ist nicht immer sinnvoll. Häufig ist es hilfreicher, Erinnerungen schrittweise zu reduzieren und gleichzeitig Strukturen aufzubauen, mit denen der Jugendliche Termine und Lernzeiten zunehmend selbst organisiert.

Wie lernt mein Kind, selbstständig zu lernen?

Selbstständiges Lernen entwickelt sich durch Übung. Dazu gehören unter anderem das Planen von Prüfungen, das Einteilen von Lernstoff, geeignete Lernmethoden, eine realistische Zeitplanung und die Fähigkeit, den eigenen Lernstand zu überprüfen.

Was kann ich tun, wenn mein Kind überhaupt nicht lernen will?

Statt ausschließlich nach der Motivation zu fragen, lohnt sich zunächst die Frage, was den Lernbeginn konkret erschwert. Überforderung, fehlende Grundlagen, unklare Aufgaben, Ablenkungen oder Unsicherheit können hinter dem Verhalten stehen.

Wie motiviere ich mein Kind zum Lernen?

Ständiger Druck ist nicht automatisch hilfreich. Sinnvoller kann es sein, gemeinsam herauszufinden, was den Lernbeginn erschwert, konkrete nächste Schritte zu entwickeln und dem Jugendlichen zunehmend Verantwortung für Planung und Umsetzung zu übertragen.

Wann ist Lerncoaching für Schüler sinnvoll?

Lerncoaching kann interessant sein, wenn Schwierigkeiten mit Lernorganisation, Aufschieben, Lernstrategien, Prüfungsplanung oder selbstständigem Lernen wiederholt auftreten und allgemeine Lerntipps allein nicht weiterhelfen. Im Lerncoaching können gemeinsam individuell passende und im Alltag umsetzbare Strategien entwickelt werden.