FAQ · Lernen neben Beruf & Weiterbildung
Wie kann ich neben Beruf und Weiterbildung effektiv lernen?
Wenn du nach einem langen Arbeitstag noch für eine Weiterbildung, eine Prüfung, eine Zertifizierung oder ein berufsbegleitendes Studium lernen musst, kennst du vielleicht diese Situation:
Du weißt, dass du lernen solltest. Die Unterlagen liegen bereit. Aber nach einem anspruchsvollen Arbeitstag fehlt die Konzentration. Du verschiebst das Lernen auf morgen oder auf das Wochenende. Gleichzeitig rückt der Prüfungstermin näher.
Die naheliegende Schlussfolgerung lautet häufig: „Ich habe einfach zu wenig Zeit.“ Doch fehlende Zeit ist nicht immer das eigentliche Problem.
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- Autor
- Ing. Monika Zandra M.A.
Warum ist Lernen neben dem Beruf so schwierig?
Beruf, Weiterbildung und Privatleben konkurrieren um dieselbe begrenzte Zeit und Aufmerksamkeit. Deshalb funktionieren Lernstrategien, die in Schule oder Studium einmal funktioniert haben, im Berufsalltag nicht automatisch genauso gut.
Typische Schwierigkeiten sind beispielsweise:
- Lernen wird auf den Abend verschoben, obwohl die Konzentration dann bereits nachlässt.
- Große Stoffmengen werden nicht in realistische Lernziele unterteilt.
- Lernzeiten werden geplant, im Alltag aber immer wieder verschoben.
- Es wird viel gelesen, aber später lässt sich das Wissen nicht sicher abrufen.
- Das Lernen wird aufgeschoben, bis der Prüfungsdruck deutlich steigt.
- Beruf, Lernen und Erholung lassen sich zunehmend schwer miteinander vereinbaren.
Das bedeutet nicht automatisch, dass du mehr lernen musst.
Oft ist zunächst eine andere Frage wichtiger:
Wie kann ich trotz Vollzeitjob effektiv lernen?
Wenn deine Zeit begrenzt ist, solltest du nicht versuchen, möglichst viele Lernstunden in deinen Kalender zu pressen. Ein sinnvoller Lernprozess berücksichtigt mindestens drei Faktoren:
- Zeit: Wann kannst du tatsächlich lernen?
- Energie: Zu welchen Zeiten kannst du dich ausreichend konzentrieren?
- Lernziel: Was musst du verstehen, behalten oder anwenden können?
Genau hier liegt ein häufiger Unterschied zwischen einem Lernplan, der theoretisch gut aussieht, und einem Lernplan, der im Berufsalltag tatsächlich funktioniert.
Wie viel sollte ich neben einem Vollzeitjob lernen?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Stundenanzahl. Wie viel Lernzeit sinnvoll ist, hängt unter anderem von deinem Vorwissen, dem Umfang des Lernstoffs, dem Prüfungstermin, deinem Lernziel und deiner persönlichen Belastung ab.
Deshalb kann die Frage „Wie viele Stunden muss ich lernen?“ in die falsche Richtung führen.
Hilfreicher ist:
Ein realistischer Lernplan sollte deshalb nicht einfach freie Stunden verteilen. Er sollte festlegen, was du in einer bestimmten Lerneinheit erreichen möchtest.
Welche Lernmethoden eignen sich bei wenig Zeit?
Gerade bei wenig verfügbarer Lernzeit ist es wichtig, nicht nur Informationen aufzunehmen, sondern sich aktiv mit ihnen auseinanderzusetzen. Je nach Lernstoff kann es beispielsweise sinnvoll sein, Inhalte aus dem Gedächtnis abzurufen, Zusammenhänge mit eigenen Worten zu erklären, mit Fragen zu arbeiten oder Wissen anzuwenden.
Welche Methode für dich sinnvoll ist, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Für eine umfangreiche Fachprüfung kann eine andere Lernstrategie erforderlich sein als für eine Zertifizierung, eine mündliche Prüfung oder den Abschluss eines berufsbegleitenden Studiums.
Was kann ich tun, wenn ich nach der Arbeit zu müde zum Lernen bin?
Wenn du regelmäßig erst dann lernen möchtest, wenn deine Konzentration bereits deutlich nachgelassen hat, hilft ein strengerer Lernplan möglicherweise wenig. Dann lohnt es sich, deine Lernorganisation genauer anzusehen:
- Muss die wichtigste Lerneinheit tatsächlich am Abend stattfinden?
- Gibt es andere Zeitfenster?
- Welche Aufgaben benötigen hohe Konzentration und welche weniger?
- Welche Lernzeiten sind im Alltag dauerhaft realistisch?
Es geht also nicht nur darum, Zeit zum Lernen zu finden, sondern die richtige Aufgabe mit dem passenden Zeitfenster zu verbinden.
Warum schiebe ich das Lernen trotz wichtiger Prüfung auf?
Aufschieben wird häufig mit mangelnder Motivation oder Disziplin gleichgesetzt. Das greift jedoch zu kurz. Prokrastination beim Lernen kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine Aufgabe kann zu groß oder unklar erscheinen. Der Einstieg fehlt. Der Lernplan kann unrealistisch sein. Auch hoher Leistungsdruck oder Unsicherheit vor einer wichtigen Prüfung können dazu führen, dass Lernen immer wieder verschoben wird.
Deshalb ist es wichtig, nicht nur gegen das Aufschieben anzukämpfen.
Die entscheidende Frage lautet:
Je nach Ursache kann die passende Strategie unterschiedlich aussehen.
Was tun, wenn ich viel lerne und trotzdem wenig behalte?
Viele Lernstunden bedeuten nicht automatisch einen entsprechenden Lernfortschritt. Wenn du viel Zeit investierst und trotzdem das Gefühl hast, Inhalte schnell wieder zu vergessen, lohnt sich ein genauer Blick auf deinen Lernprozess. Zum Beispiel:
- Kannst du das Gelernte ohne Unterlagen wiedergeben?
- Kannst du Zusammenhänge erklären?
- Kannst du dein Wissen auf eine Aufgabe oder Prüfungsfrage übertragen?
Solche Fragen zeigen häufig besser als die reine Lernzeit, ob Lernen tatsächlich wirksam war.
Wie organisiere ich Beruf, Weiterbildung und Prüfungsvorbereitung?
Eine gute Lernorganisation beginnt nicht mit einem möglichst detaillierten Stundenplan. Zunächst sollte klar sein:
- Was ist dein Ziel?
- Wo stehst du aktuell?
- Was funktioniert bereits – und wo verlierst du Zeit oder kommst nicht weiter?
Erst danach lässt sich entscheiden, welche Lernstrategie sinnvoll ist.
Genau deshalb können allgemeine Lerntipps hilfreich sein, lösen aber nicht jedes Lernproblem.
Zwei Menschen können dieselbe Weiterbildung absolvieren und trotzdem völlig unterschiedliche Schwierigkeiten haben: Eine Person braucht mehr Struktur, eine andere passendere Lernmethoden und eine dritte schiebt das Lernen aufgrund des zunehmenden Prüfungsdrucks immer wieder auf.
Wann ist Lerncoaching für Berufstätige sinnvoll?
Lerncoaching kann sinnvoll sein, wenn nicht das fachliche Verständnis allein das Problem ist, sondern die Art, wie du dein Lernen organisierst, planst oder umsetzt. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn du:
- neben dem Beruf kaum eine funktionierende Lernroutine findest,
- immer wieder in Zeitdruck gerätst,
- das Lernen trotz wichtiger Prüfung aufschiebst,
- viel lernst, aber Inhalte nicht zuverlässig abrufen kannst,
- nicht weißt, welche Lernmethoden für deine Situation geeignet sind,
- dich in der Menge des Lernstoffs verlierst,
- nach einem nicht bestandenen Prüfungsversuch deine Vorbereitung verändern möchtest,
- oder vor den letzten Prüfungen einer Weiterbildung bzw. eines berufsbegleitenden Studiums stehst und gezielter vorgehen möchtest.
Dabei ist die Abgrenzung zur Nachhilfe wichtig:
Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt daher von der individuellen Ursache der Lernschwierigkeiten ab.
Brauche ich Lerncoaching oder muss ich mich einfach besser organisieren?
Genau das lässt sich von außen nicht pauschal beantworten. Manchmal reichen kleinere Veränderungen in der Lernorganisation. Manchmal liegt die eigentliche Schwierigkeit jedoch an einer ganz anderen Stelle als zunächst vermutet.
Wenn du bereits verschiedene Lernpläne, Apps oder Lernmethoden ausprobiert hast und trotzdem immer wieder an denselben Punkt kommst, kann es sinnvoll sein, deinen Lernprozess einmal individuell zu betrachten.
Fazit: Effektiv lernen neben dem Beruf bedeutet nicht automatisch mehr lernen
Wenn du Beruf, Weiterbildung und Privatleben miteinander vereinbaren möchtest, brauchst du nicht zwingend noch mehr Lernzeit. Du brauchst vor allem einen Lernprozess, der zu deinem Alltag, deinem Lernziel und deinen persönlichen Herausforderungen passt.
Ein realistischer Lernplan, geeignete Lernmethoden und klare Prioritäten bilden dafür eine wichtige Grundlage.
Wenn du jedoch merkst, dass du trotz guter Vorsätze immer wieder aufschiebst, unter Zeitdruck gerätst oder viel lernst, ohne den gewünschten Fortschritt zu erreichen, lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Fragen & Antworten
Du möchtest wissen, was dich beim Lernen tatsächlich ausbremst?
Im Lerncoaching bei MEG-DenkWelt geht es nicht darum, dir einen allgemeinen Standard-Lernplan überzustülpen.
Wir betrachten deine konkrete Situation: deinen Berufsalltag, deine Weiterbildung oder dein Studium, dein Lernziel und die Schwierigkeiten, die momentan zwischen dir und deinem Ziel stehen. Darauf aufbauend können passende Strategien für deinen persönlichen Lernprozess entwickelt werden.
Im kostenlosen Erstgespräch kannst du zunächst klären, wo deine größte Herausforderung liegt und ob Lerncoaching für deine Situation sinnvoll sein kann.
