Lebenslanges Lernen Teil 2

Lebenslanges Lernen Teil 2

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Historische Veränderungen des lebenslangen Lernens - ein kurzer Abriss

Das lebenslange Lernen ist in der historischen Retrospektive sowohl als selbstverständliches Phänomen als auch im gesellschaftlichen Kontext zu betrachten. Daraus kann man schließen, dass die historische Betrachtung die Rahmenbedingungen des Lebens und Lernens fokussieren hilft, womit ebenso der Blick auf die unterschiedlichen Lernformen eröffnet wird. (Hof, 2009, S. 18-24)

 

Im 19. Jahrhundert veränderten sich im Zuge der Etablierung und der zunehmenden Ausweitung institutionalisierter Bildungsangebote sowohl die quantitativen Möglichkeiten des Lernens als auch die Qualität des Lernens. Verstärkt findet das Lernen auch außerhalb des konkreten Lebensvollzugs, nämlich in einer abgetrennten Lernsituation, statt. Der Lernende wird nach Erreichung des Standes des Lehrenden selbst sein Leben gestalten können. (Hof, 2009, S. 18-24)

Lernen ist das Ergebnis des Lehrens; die Erwachsenenbildung gilt als Fortsetzung schulisch strukturierten Lernens, was zur Folge hat, dass dies zu einer Ausweitung der ehemals altersmäßig begrenzten Schülerrolle auf den gesamten Lebenslauf eines Individuums führt. Diese Entwicklung, die mit der Wende der Weiterbildung der Erwachsenen einher geht, führt dazu, dass Erziehungs- und Bildungsangebote nicht mehr auf einzelne Lebensphasen beschränkt werden, sondern als lebenslang notwendig erachtet werden. (Hof, 2009, S. 18-24)

Drei Organisationen prägten die bildungspolitische Diskussion um lebenslanges Lernen in den 1970er Jahren. Diese sind der Europarat, die UNESCO und die OECD. (Hof, 2009, S. 18-24)

Ende der 1960er Jahre begann der Europarat einen Prozess einzuleiten, der im Konzept der „Éducation Permanente“ („permanente Erziehung“ oder auch „ständige Weiterbildung“) seinen Ausdruck fand. In Europa wurden aus einer Beschreibung von Veränderungen Lern- und Bildungserfordernisse neu formuliert. Lernen stand im Mittelpunkt. Der Mensch lerne während des gesamten Lebens immer wieder, je nach Alter und Lebenszusammenhängen gäbe es unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedlichste Lernformen. Somit war also die Rede von Lernen in jeder Lebensphase und von einer Zusammenführung von formalem und informellem Lernen. (Hof, 2009, S. 18-24)

 

In ihrem Konzept der „Lifelong Education“ (auch "Lifelong Learning") integrierte die UNESCO ebenfalls sämtliches Lernen in jedem Lebensalter. Es wurde versucht, eine Balance zwischen sozialer, personenbezogener und beruflicher Entwicklung herzustellen. Zentrale Inhalte waren hierbei Mündigkeit und sozialer Zusammenhalt, dabei umfasst Lifelong Education formales, nicht-formales und informelles Lernen. Ein besonderes Anliegen im Interesse der UNESCO war, mit einer Grundbildung für alle und mit Lifelong Education Entwicklungsländern die Chance für eine nachhaltige eigenständige Entwicklung zu eröffnen. (Hof, 2009, S. 18-24)

 

Die OECD orientierte sich ihren Interessen entsprechend im Konzept der „Recurrent Education“ in erster Linie an den Erfordernissen der Arbeitsmärkte. Dieses Konzept ist auf den Zeitraum nach der Sekundarausbildung gerichtet. Ab diesem Zeitpunkt sollten sich die Phasen des Arbeitens und des Lernens plan- und regelmäßig abwechseln. Dadurch sollte eine stärkere Kooperation zwischen Ausbildungs- und Arbeitsstätten hergestellt werden. In erster Linie findet dabei das Lernen in formalisierten Prozessen statt. (Hof, 2009, S. 18-24)

Lebenslanges Lernen bezeichnet einen Prozess, welcher alle Bürger erfasst und, der lebenslange Veränderung durch das freiwillige Aufnehmen, Deuten und Einordnen von Informationen während der gesamten Lebenszeit beinhaltet. Hierbei ist die Weiterbildung ein Bestandteil lebenslangen Lernens. (Hof, 2009, S. 18-24)

 

Quelle:

·       Hof, Christiane. (2009). Lebenslanges Lernen. Eine Einführung. Stuttgart: Kohlhammer.